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Gerrit

Als ich mich in der Freiwilligenagentur für diese Stelle entschied, wusste ich noch nicht wirklich was mich erwarten würde. Es hörte sich wohl einfach gut an und da ich weder im Pflegebereich, noch als Fahrer arbeiten wollte, und in den Bereichen Schule oder Psychiatrie keine passenden Plätze mehr frei waren, entschied ich mich recht schnell.

Name: Gerrit

Alter: 19

PraxisbereichMenschen mit Behinderung begleiten
               - Alltag schenken

Einsatzstelle: Ambulant unterstütztes Wohnen am Bültmannshof (AUW)

Zeitraum: Sept. 2011 - Aug. 2012

Ich habe das Betheljahr ca. ¼ Jahr nach dem Abschluss meines Abiturs begonnen. Die Zeit dazwischen war eine Zeit die ich einerseits sehr genossen habe, in der ich andererseits aber auch gemerkt habe, dass es mit der Zeit auch nerven kann gar nichts zu tun! So startete mein Betheljahr dann „endlich“ Anfang September 2011. Ich arbeitete im Bereich der ambulanten Betreuung, beim Ambulant Unterstützten Wohnung am Bültmannshof (AUW). Mir persönlich kam es sehr entgegen, nicht jeden Morgen nach Bethel fahren zu müssen. Als ich mich in der Freiwilligenagentur für diese Stelle entschied, wusste ich noch nicht wirklich was mich erwarten würde. Es hörte sich wohl einfach gut an und da ich weder im Pflegebereich, noch als Fahrer arbeiten wollte, und in den Bereichen Schule oder Psychologie keine passenden Plätze mehr frei waren, entschied ich mich recht schnell. Nach dem  Bewerbungsgespräch bei meiner Chefin, dem ersten Eindruck des Teams und dem Hospitationstag, an welchem ich eine Mitarbeiterin zu einigen Klienten begleitete, beschloss ich ziemlich schnell, dass das alles eine gute Entscheidung gewesen sein musste. Auch jetzt, nach knapp 7 Monaten, habe ich meine Meinung dazu nicht geändert. Dazu muss ich sagen, dass ich mein Betheljahr vorzeitig beende, da ich mit einem Freund eine dreimonatige Reise in die USA antreten werde. Meine Motivation darf dabei nicht falsch verstanden werden: Ich breche nicht ab weil ich sage: „mir reichts!“, sondern, weil ich mich bei der Frage: „Reise, jetzt oder nie?“ ohne zu zögern für die 1. Möglichkeit entscheide.

Aber jetzt mal inhaltlich. Es ist wirklich gewöhnungsbedürftig 5 Tage/Woche an die 8h/Tag zu arbeiten, wenn man gerade aus der Schule, oder vom Nichts tun kommt. In den Rhythmus kam ich aber schnell herein, auch wenn man nicht wirklich von Rhythmus sprechen kann, wenn man meine Arbeitszeiten sieht. Alle Termine mit den Klienten werden ganz individuell, je nach dem, was ansteht, verabredet. So hab ich  meinen ersten Termin mal um 7:00h, mal aber auch erst um 12:00h oder 13:00h. Ohne einen Kalender, funktioniert das nicht. Das habe ich schnell gelernt. Die Kalenderführung dagegen etwas langsamer. Außerdem hat jeder Mitarbeiter bei einer Ambulanten Einrichtung bei seiner Wochenplanung wohl eh sein ganz eigenes System. Zwischen den Terminen gibt es fast immer etwas im Büro zu erledigen. Dazu gehört das Dokumentieren der Kontakte zu den Klienten, das Planen der Woche, Telefonkontakte, Briefwechsel oder auch einfach mal einen Kaffee kochen. Allgemein kann man über die Betreuungen an sich, so gut wie gar nichts sagen, da jede Betreuung anders ist, jeder Klient in anderen Bereichen des alltäglichen Lebens Hilfe braucht und man zu jedem Klienten einen unterschiedlich guten, schlechten, intensiven Draht bekommt. Die Klienten die ich betreue, wohnen fast alle selbstständig. Entweder trifft man sich im Büro, führt Gespräche, regelt amtliche Angelegenheiten oder kickert eine schnelle Runde oder man fährt mit einem der 3 Dienstwagen (oder auch dem eigenen) zu den Klienten nach Hause, trifft sich im Einkaufsladen, in der Stadt, trinkt einen Kaffee oder fährt gemeinsam zum Doktor. Dies sind alles bloß Beispiele. Einer der wichtigsten Punkte bei diesen Arbeiten ist aber wirklich das Gespräch, man wird zur Bezugsperson und somit manchmal unverzichtbar für den Klienten. Durch die vielen, regelmäßigen Kontakte entwickelt man zu jedem Klienten auch eine unterschiedlich intensive Beziehung, führt unterschiedlich intensive Gespräche und hört völlig unterschiedliche Lebensgeschichten. Mit dem Thema „Behindert Sein“ geht man, oder bin ich automatisch ganz anders, bzw. viel umsichtiger umgegangen, weil man einfach Leute kennenlernt die, egal ob körperlich oder geistig, behindert sind und sich auf meine Hilfe stützen. Ich habe viel Dankbarkeit zurückbekommen, habe mir aber zum Beispiel von einem Klienten auch anhören müssen, dass ich bloß nie wieder kommen solle, da er meine Hilfe nicht wolle.

Ich für mich, habe aber nicht „nur“ kennengelernt was es heißt „behindert“ zu sein oder was es heißt einem behinderten Menschen zu helfen. Ich habe 8 Monate in einem super Team gearbeitet, unzählige Behördengänge, Telefonate, Wohnungssuchen miterlebt und/oder durchgeführt, gelernt eine Woche nicht durchgeplant vor die Nase gesetzt zu bekommen und sie durchzustehen, sondern sie selber durchzuplanen (natürlich auch um sie anschließend durchzustehen).

  • Abschließend kann ich sagen, dass ich mir für mich keine bessere Stelle als „Betheljährling“ hätte vorstellen können und dass ich einiges an Erfahrungen aller möglichen Arten mitnehmen kann.


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